Akzeptanz ist das Gegenteil von Weglaufen – ACT

Was steckt hinter Akzeptanz? Prof. Romanczuk-Seiferth und Dr. Burian zeigen, wie ACT hilft, schwierige Gefühle anzunehmen und handlungsfähig zu bleiben.

Wenn jemand sagt „Nimm es einfach an!“, wie reagierst Du innerlich? Für viele fühlt sich Akzeptanz an wie Aufgeben oder Resignation. Dabei ist das Gegenteil wahr.

Manche Situationen im Leben lassen sich nicht verändern: schmerzhafte Gedanken und Gefühle, chronische Krankheit, Verlust oder gesellschaftliche Krisen. Wer lernt, ihnen nicht auszuweichen, sondern ihnen Raum zu geben, gewinnt häufig etwas Unerwartetes: innere Freiheit und neue Handlungsfähigkeit.

Aber was bedeutet Akzeptanz wirklich? Warum fällt sie so schwer? Und was ist, wenn Du die Klimakatastrophe, Kriege oder Ungerechtigkeit nicht akzeptieren kannst oder willst? Darüber haben wir mit zwei Expert*innen für die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) Prof. Dr. Nina Romanczuk-Seiferth und Dr. Ronald Burian gesprochen.

Prof. Dr. Nina Romanczuk-Seiferth ist psychologische Psychotherapeutin und Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der MSB Medical School Berlin – Hochschule für Gesundheit und Medizin. Dr. med. Ronald Burian ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt das CityPoint Centrum für Psychische Gesundheit (CPC) am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin und Mitinitiator des ACT-Netzwerks Berlin. 

Das LifeXLab-Team war vor Ort an der MSB und im CityPoint Centrum und hat herausgefunden, wie ACT Menschen helfen kann, mit schwierigen Gedanken und Gefühlen anders umzugehen und warum psychische Flexibilität heute wichtiger denn je ist. Denn unangenehme Gedanken und Emotionen werden oft stärker, je mehr wir versuchen, sie zu verdrängen. Akzeptieren bedeutet deshalb nicht, aufzugeben. Es kann der erste Schritt sein, um bewusster, freier und werteorientierter zu handeln.

Schau Dir unseren Kurzfilm an und entdecke, wie Akzeptanz zu mehr innerer Freiheit führen kann.

In dieser Lektion unseres Kurses über Neuroplastizität findest Du Übungen und eine geführte Meditation zum Loslassen. Denn Akzeptanz bedeutet nicht, alles gutzuheißen, sondern den eigenen Gedanken, Gefühlen und körperlichen Reaktionen mit Offenheit zu begegnen, statt gegen sie zu kämpfen. So entsteht Schritt für Schritt mehr innere Ruhe, Klarheit und Freiheit.

Der im Film vorgestellte ACT-Ansatz wird inzwischen weltweit eingesetzt – auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nach erfolgreichen Studien mit Kriegsflüchtlingen aus Südsudan und Syrien stellt die WHO kostenlose ACT-basierte Selbsthilfeprogramme in 21 Sprachen zur Verfügung. Sie sollen Menschen dabei unterstützen, besser mit Stress, Angst und Belastungen umzugehen – unabhängig von ihrer Lebenssituation. Hier findest Du das kostenlose Programm mit praktischen Audioübungen.

Weiterführende Studien

  • ACT ist einer der meistuntersuchten Therapieansätze weltweit. Eine Übersicht der Studien findest Du hier.
  • Prof. Dr. Nina Romanczuk-Seiferth forscht selbst zu ACT. Eine ihrer Publikationen ist der Frage gewidmet, wie ACT die psychische Flexibilität stärkt und warum das den Therapieerfolg entscheidend beeinflusst.

Zum Weiterlesen

Bücher von Dr. Ronald Burian und Dr. Nina Romanczuk-Seiferth:

  • Jan Philipp Klein, Ronald Burian (2024). Ratgeber Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Wege zu einem sinnerfüllten und lebendigen Leben. Hogrefe Verlag
  • Charles Benoy, Nina Romanczuk-Seiferth, Jeanette Villanueva, Andrew T. Gloster (2023). Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Kohlhammer Verlag 2023
  • Nina Romanczuk-Seiferth, Ronald Burian, Albert Diefenbacher (Hrsg.) (2021). ACT in Klinik und Tagesklinik. Kohlhammer Verlag

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Kurs Includes

  • 2 Lektionen

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